Anschläge auf Moskauer U-Bahn
Kurz vor acht Uhr (Moskauer Zeit, Hauptverkehrszeit) ging die erste Bombe in der Station "Lubjanka" in die Luft und zerriss einen vollbesetzten U-Bahn-Wagen der Metro. Die Station befindet sich im Zentrum von Moskau und liegt nur nur wenige Meter vom Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB entfernt. Der zweite Sprengstoff ging etwa 40 Minuten später in einem wartenden Zug an der Station "Park Kulturi" in die Luft. Beide Explosionen wurden bei offenen Türen der Züge getätigt, sodass auch am Bahnsteig stehende Menschen starben/verletzt worden.Laut Aussage von Alexander Bortnikow, Chef der FSB, waren die Bomben mit Schrauben und Eisenteilchen gefüllt. Wie die Ermittler vermuten, wurden die Sprengsätze per Telefonanruf gezündet. Als Waffen wurden Sprengstoffgürtel genutzt, welche von zwei Frauen getragen wurden. Nach den Anschlägen wurden die Bahnhöfe abgesperrt; acht Stunden später wurde die Metro dann, abgesehen von den beiden betroffenen Bahnhöfen, wieder in Betrieb genommen. Sicherheitskräfte patrouillieren währenddessen mit Spürhunden durch die Straßen der russischen Hauptstadt.
Bereits vor zwei Jahren warnte der inzwischen ermordete ehemalige tschetschenische Kommandeur der Sondereinheit „Bataillon Ost“ Sulim Jamadajew, dass wieder junge Frauen für Selbstmordanschläge angeworben würden, so genannte "schwarze Witwen".
Sechs Jahre ist der letzte Anschlag auf die Metro her. August 2004 sprengte sich eine Selbstmordattentäterin auf der Station Rischskaja in die Luft. Auftraggeber dieses Attentates war der tschetschenische Terroristenführer Schamil Bassajew, welcher 2006 getötet wurde. Aufgrund seines Todes konnte er als Auftraggeber ausgeschlossen werden und im Rundfunk wurde, noch bevor die Ermittler erste Vermutungen von sich gaben, behauptet, dass der oder die Auftraggeber der Anschläge im Nordkaukasus aufzufinden seien, da Russland mit dem bewaffnetem Untergrund von dort Krieg führe. 2001, 1998 und 1996 gab es ähnliche Anschläge auf die Metro.
Die russische Regierung hat den angeschuldigten islamischen Truppen aus dem Nordkaukasus mit harten Konsequenzen und der Fortsetzung des "Krieges gegen den Terror" durch den russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew gedroht. Ministerpräsident Wladimir Putin ist davon überzeugt, dass die Terroristen "vernichtet" werden. Bereits durch einen Anschlag letzten Jahres November zwischen Moskau und Sankt Petersburg auf den Hochgeschwindigkeitszug "Newskij Ekspress", welcher 26 Tote forderte, wurde deutlich, dass der Krieg aus dem Nordkaukasus wieder in das russische Kernland zurückkehren könne.
Augenzeugen berichten:
Ein Augenzeuge berichtet: "Ich war in der Mitte der Bahn, als ich plötzlich im ersten oder zweiten Wagen eine laute Explosion hörte. Ich habe die Erschütterung in meinem ganzen Körper gespürt. Die Menschen haben höllisch geschrieen. Nach etwa zwei Minuten war alles in Rauch gehüllt."
Aussage eines weiteren Augenzeugens war: "An den Türen stolperten alle Menschen übereinander. Ich habe eine Frau mit einem Kind auf dem Arm gesehen. Sie hat darum gefleht, durchgelassen zu werden, aber es war unmöglich."
Der Freund einer jungen Dame, die schwer verletzt wurde, schrie: "Ich werde jemanden umbringen. Einen Tadschiken, einen Aserbaidschaner, völlig egal, das ist doch alles dasselbe." Als die Polizei ihn daraufhin abführt schrie der Mann: "Jetzt beginnt der Krieg."
Kameraaufnahmen zeigen:
Überwachungskameras an der Station Lubjanka zeigen wie sich Sanitäter über die Opfer beugen und überall Tote liegen. Überlebende kämpfen sich zum Ausweg durch; Panik bricht aus. Um Schaulustige fern zu halten sperren Rettungskräfte die Orte der Attentate ab. Zum Versorgen der Verletzten flogen Rettungshubschrauber ein.
Sicherheitsvorkehrungen des russischen Staates:
Ermittlungen gemäß dem Terrorismusparagrafen 205 des russischen Strafgesetzbuchs wurden eingeleitet, über welche Entwicklungen der Ministerpräsident Wladimir Putin regelmäßig informiert wird. Ein Twitter-Nutzer schrieb, dass die Moskauer Polizei Mobilfunkfrequenzen blockiert habe um eine weitere Sprengsatzzündung per Handy zu verhindern. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft und russische Bürger dazu aufgefordert möglichst zu Hause zu bleiben und keine öffentlichen Plätze aufzusuchen.
Quellen:
www.zeit.de
www.faz.net
www.de.wikipedia.org
www.spiegel.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
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30.03.2010 -
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