Licia's Blog

Anschläge auf Moskauer U-Bahn

Am Montag, den 29.3.2010, wurden zwei Anschläge auf die Moskauer U-Bahn getätigt. In der Metro, eine der am stärksten in Anspruch genommenen U-Bahnen der Welt und ganzer Stolz Russlands, wurden zwei Sprengsätze entzündet und rissen somit 38 Menschen in den Tod. 64 weitere Menschen wurden verletzt; zum Teil schwer.
Kurz vor acht Uhr (Moskauer Zeit, Hauptverkehrszeit) ging die erste Bombe in der Station "Lubjanka" in die Luft und zerriss einen vollbesetzten U-Bahn-Wagen der Metro. Die Station befindet sich im Zentrum von Moskau und liegt nur nur wenige Meter vom Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB entfernt. Der zweite Sprengstoff ging etwa 40 Minuten später in einem wartenden Zug an der Station "Park Kulturi" in die Luft. Beide Explosionen wurden bei offenen Türen der Züge getätigt, sodass auch am Bahnsteig stehende Menschen starben/verletzt worden.

Laut Aussage von Alexander Bortnikow, Chef der FSB, waren die Bomben mit Schrauben und Eisenteilchen gefüllt. Wie die Ermittler vermuten, wurden die Sprengsätze per Telefonanruf gezündet. Als Waffen wurden Sprengstoffgürtel genutzt, welche von zwei Frauen getragen wurden. Nach den Anschlägen wurden die Bahnhöfe abgesperrt; acht Stunden später wurde die Metro dann, abgesehen von den beiden betroffenen Bahnhöfen, wieder in Betrieb genommen. Sicherheitskräfte patrouillieren währenddessen mit Spürhunden durch die Straßen der russischen Hauptstadt.

Bereits vor zwei Jahren warnte der inzwischen ermordete ehemalige tschetschenische Kommandeur der Sondereinheit „Bataillon Ost“ Sulim Jamadajew, dass wieder junge Frauen für Selbstmordanschläge angeworben würden, so genannte "schwarze Witwen".

Sechs Jahre ist der letzte Anschlag auf die Metro her. August 2004 sprengte sich eine Selbstmordattentäterin auf der Station Rischskaja in die Luft. Auftraggeber dieses Attentates war der tschetschenische Terroristenführer Schamil Bassajew, welcher 2006 getötet wurde. Aufgrund seines Todes konnte er als Auftraggeber ausgeschlossen werden und im Rundfunk wurde, noch bevor die Ermittler erste Vermutungen von sich gaben, behauptet, dass der oder die Auftraggeber der Anschläge im Nordkaukasus aufzufinden seien, da Russland mit dem bewaffnetem Untergrund von dort Krieg führe. 2001, 1998 und 1996 gab es ähnliche Anschläge auf die Metro.

Die russische Regierung hat den angeschuldigten islamischen Truppen aus dem Nordkaukasus mit harten Konsequenzen und der Fortsetzung des "Krieges gegen den Terror" durch den russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew gedroht. Ministerpräsident Wladimir Putin ist davon überzeugt, dass die Terroristen "vernichtet" werden. Bereits durch einen Anschlag letzten Jahres November zwischen Moskau und Sankt Petersburg auf den Hochgeschwindigkeitszug "Newskij Ekspress", welcher 26 Tote forderte, wurde deutlich, dass der Krieg aus dem Nordkaukasus wieder in das russische Kernland zurückkehren könne.

Augenzeugen berichten:
Ein Augenzeuge berichtet: "Ich war in der Mitte der Bahn, als ich plötzlich im ersten oder zweiten Wagen eine laute Explosion hörte. Ich habe die Erschütterung in meinem ganzen Körper gespürt. Die Menschen haben höllisch geschrieen. Nach etwa zwei Minuten war alles in Rauch gehüllt."

Aussage eines weiteren Augenzeugens war: "An den Türen stolperten alle Menschen übereinander. Ich habe eine Frau mit einem Kind auf dem Arm gesehen. Sie hat darum gefleht, durchgelassen zu werden, aber es war unmöglich."

Der Freund einer jungen Dame, die schwer verletzt wurde, schrie: "Ich werde jemanden umbringen. Einen Tadschiken, einen Aserbaidschaner, völlig egal, das ist doch alles dasselbe." Als die Polizei ihn daraufhin abführt schrie der Mann: "Jetzt beginnt der Krieg."

Kameraaufnahmen zeigen:
Überwachungskameras an der Station Lubjanka zeigen wie sich Sanitäter über die Opfer beugen und überall Tote liegen. Überlebende kämpfen sich zum Ausweg durch; Panik bricht aus.  Um Schaulustige fern zu halten sperren Rettungskräfte die Orte der Attentate ab. Zum Versorgen der Verletzten flogen Rettungshubschrauber ein.

Sicherheitsvorkehrungen des russischen Staates:


Ermittlungen gemäß dem Terrorismusparagrafen 205 des russischen Strafgesetzbuchs wurden eingeleitet, über welche Entwicklungen der Ministerpräsident Wladimir Putin regelmäßig informiert wird. Ein Twitter-Nutzer schrieb, dass die Moskauer Polizei Mobilfunkfrequenzen blockiert habe um eine weitere Sprengsatzzündung per Handy zu verhindern. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft und russische Bürger dazu aufgefordert möglichst zu Hause zu bleiben und keine öffentlichen Plätze aufzusuchen.




Quellen:
www.zeit.de
www.faz.net
www.de.wikipedia.org
www.spiegel.de
Bildquelle:
www.pixelio.de


2.86 mit 14 Stimmen *****

news, magazin, anschläge, russland, U-Bahn 30.03.2010 - 2 Abonnenten - 270 mal gelesen

Kommentare:

Caisen schrieb:

05.04.2010

1. Kommentar :smart 
Guter Artikel. besonders die Augenzeugenberichte(=
Aber wieso hast du nicht mehr über das mutmaßliche Ziel, den russischen Geheimdienst geschrieben? das hätte mich in erster linie mehr interessiert als wie der attantat aussah und sich angefühlt hat^^

freundliche grüße(=
Licia schrieb:

05.04.2010

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag =)=).
So, inwiefern Ziel? Ein konkretes Ziel hatte das Attentat ja nicht, es geht ja um diesen Krieg da zwischen dem Nordkaukasus und Russland.

Liebe Grüße (=
Caisen schrieb:

05.04.2010

Danke(=

Soweit ich das in den medien verfolgt habe, soll das ziel dieser attentate das russische Geheimdiensthauptquartier gewesen sein, an dem es nur knapp vorbei explodiert ist^^ :smart also ein leichter fehlschlag.
ist natürlich alles nur mutmaßlich, aber das läge doch nahe.
Das würde viel über die terroristen aussagen, wenn sie den staat selbst attackieren und nicht nur dessen zivilbevölkerung...^^

grüße zurück :smart^^
Licia schrieb:

05.04.2010

Aber zuvor waren ja ach schon Anschläge und wieso dann an 2 verschiedenen Anschlägen? Eine Haltestelle liegt ja nur an diesem Quartier da .. hm.

:P:P
Caisen schrieb:

05.04.2010

fragt sich jetzt unter was der 2. anschlag war...^^. ich würde jetzt aus dem schema heraus ein 'kultur'-gebäude vermuten.
Licia schrieb:

05.04.2010

hm .. Spekulationen :D
mgssnake schrieb:

10.04.2010

ich finde dise konflikte solten anders gelöst werden.
es ist auf garkeinen fall gottes wille zerstörung und leid über die weld zu bringen.
jede teroristische organiserzion solte mit allen miteln zerschlagen werden, kostee es was es wohle.
Die weldmuss vor jeder teroristischen orgernisertion geretet werdsen den wenwir disen leuten keine einheit gebiten wrage ich was als nächstes volgt erst sind es die selbstmordatenttäter dan die Atombomben und dan gibt es nichts mehr.
AFBl4ck90 schrieb:

11.04.2010

Würde aber selbstverständlich nicht funktionieren. Und solange es Ungerechtigkeiten gibt, wird es auch weiterhin Terror geben. Was glaubt ihr denn, warum es diese Anschläge gegeben hat? Das ist Russland zum Teil selbst Schuld. Die russische Regierung unterdrückt ja weiterhin diese Leute aus dem Kaukasus und vertuscht und beschönigt die Greueltaten, die diesen Leuten angetan werden. Klar, es ist auf keinen Fall richtig, als unmittelbare Reaktion Anschläge zu verüben, aber ein erster Schritt wäre es doch, die Leute da nicht länger so ungerecht zu behandeln. Dann würde es auch nicht zwangsweise zu solchen Dingen kommen. X)
mgssnake schrieb:

14.04.2010

Ja klar die Regirung ist nich unbeteiligt doch denoch hat der Regirung kaum geschaded, das festigt doch eher den wunsch den terroristen den gar auszumachen.
die leute die in der u-bahn gestorben sind das sind die Ofer die leute die warscheinlich auch gegen diese Politik sind.
Ich bin der meinung das man langsam anfangen muss mit der Staatsspitze zu reden.
man muss sich nicht direkt in die luftsprengen.
In anderen Länder habe sich die völker auch schon gegen die Politik in ihrem Land erhoben und das ohne direkt einen bürgerkrieg zu veranstalte.
AFBl4ck90 schrieb:

14.04.2010

Wenn es doch so einfach wäre... Ganz so einfach ist es leider dann doch nicht. Ich weiß nicht wirklich, wie korrupt die russische Regierung ist, aber diese Leute sehnen sich nach einer autonomen Region, in der sie ungestört ihre Traditionen pflegen können - solange diese nicht schaden -, doch ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sowas eintreffen kann, weil die russische Regierung diese Ansicht nioht teilt. Außerdem kann man das ganze nicht auf andere Länder übertragen, denn überall ist es anders. Und die jeweilige Regierung greift nicht gleich stark ein oder zeigt gleich viel Verständnis für solche Völker und ethnischen Minderheiten, sodass sowas ein Wunschdenken bleibt.
Gewiss spreche ich nicht davon, dass ich solche Attentate gutheiße, aber diese Menschen sind in ihrer Notlage so verzweifelt oder durch andere Menschen so manipuliert worden, dass sie sich in ihrem Hass steigern und keinen anderen Ausweg sehen. Die Regierung sollte deshalb den ersten Schritt machen und auf diese Menschen zu gehen - und das ohne gezückte Waffen.