Großer Kunstraub im "Museum für moderne Kunst" in Paris
Ein eingedrücktes Fenster und ein zerstörtes Vorhängeschloss; mehr hat der Dieb - es wird vermutet, dass es ein Einzeltäter war - zum Einbruch nicht zerstört. Die Rahmen der Bilder befinden sich noch im Museum; die Gemälde jedoch sind - bisher spurlos - verschwunden. Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras kann man laut Presseinformationen lediglich sehen wie eine Person in der Nacht durch ein Fenster ins Museum einsteigt. Eine Sonderbrigade für Bandenkriminalität hat die Ermittlungen auf sich genommen. Das Museum wurde zunächst weiträumig abgesperrt.Der Wert der Bilder wurde vorerst von Ermittlern auf bis zu 500 Millionen Euro geschätzt (damit wäre es einer der größten Kunstdiebstähle aller Zeiten gewesen)- ganz so hoch ist der Schaden jedoch nicht, dennoch fehlen Gemälde im Wert von 100 Millionen Euro. Das Taubenbild "Le pigeon aux petits pois" von Pablo Picassos, "La pastorale" von Henri Matisse, ein Stillleben des Franzosen Fernand Léger, sowie Werke vom italienischen Maler Modigliani und von Georges Braque wurden aus dem Museum entwendet.
Der Kulturdezernent Christophe Girard der Stadt Paris kann sich den Einbruch nicht erklären: "Im Museum gibt es ständige Rundgänge, ein elektronisches Sicherheitssystem. Drei Wärter sind ständig dort. Sie waren auch in der Nacht da. Aber das System ist überlistet worden, denn die Wachleute haben nichts gesehen."
Es ist nicht der erste Kunstraub in Paris, dennoch einer der spektakulärsten. Erst im vergangenem Jahr, Sommer 2009, war ein circa 8 Millionen wertvolles Skizzenbuch von Picasso aus dem gleichnamigen Museum in Paris gestohlen worden. Die Diebe nutzten womöglich Bauarbeiten in dem Museum, die mangelnde Sicherheitsvorkehrungen mit sich brachten. Das Skizzenbuch wurde in einer nicht verschlossenen Vitrine gezeigt, die laut Kulturministerium allerdings nur „mit einem speziellen Werkzeug“ geöffnet werden konnten. 2007 wurden ebenfalls Kunstwerke im Wert von 50 Millionen Euro von Picasso entwendet: aus dem Haus seiner Enkelin. Diese tauchten jedoch mit anonymen Hinweisen einige Monate später auf dem Rücksitz eines Taxis wieder auf.
Der Museumschef de Saint Cyr vom Palais Tokyo ist optimistisch und der Meinung, dass die Bilder schon wieder auftauchen werden, da die Bilder für die Diebe wertlos sind, da sie diese nicht verkaufen können: "Jedes Mal, wenn man mich anruft wegen einem Kunstdiebstahl, wie damals als die Picasso-Bilder bei dessen Nichte geklaut wurden, sage ich: Man wird sie schon wieder finden. Die Diebe können damit eh nichts anfangen. Die Bilder sind unverkäuflich: Also, meine Herren Diebe, Ihr seid Dummköpfe – gebt die Bilder zurück!"
Das "Museum für moderne Kunst"/Picasso-Museum im Marais-Viertel wurde nach dem Tod des spanischen Ausnahmekünstlers Pablo Picasso mit mehr als 200 Gemälde, 158 Skulpturen und 1500 Zeichnungen aus dem persönlichen Besitz Picassos im Jahr 1973 gegründet. Als 1990 seine Frau Jacqueline starb, kamen weitere 50 weitere Gemälde und andere Werke hinzu.
Quellen:
www.welt.de
www.n-tv.de
www.welt.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
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20.05.2010 -
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